„Das passt vom Herzen und vom Mindset“

5. Juli 2022

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Aus dem Frauen-Fußball-Zentrum (FFZ) wird die Frauen-Fußball-Akademie (FFA) unter der „Schirmfrauschaft“ der SPG Union Kleinmünchen/Blau-Weiß Linz. Damit wird ein riesiger Professionalisierungsschritt für den heimischen Frauenfußball gesetzt. Für die neue Obfrau Stephanie Höller ist das nicht nur ein Meilenstein, sondern eine echte Herzensangelegenheit.

Großer Medienrummel im Olympiazentrum auf der Gugl: Die gestrige Pressekonferenz zum Start der Frauen-Fußball-Akademie (FFA) ist mehr als gut besucht. Zwei Tage vor Beginn der Frauenfußball-EM ehrt Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner unsere Bundesliga-Aufsteigerinnen und hat eine Förderung mit im Gepäck. „Wir werden die Förderung für die FFA verdreifachen.“ Die FFA wird das ehemalige FFZ ablösen und steht für alle Vereine in OÖ offen. Schon das FFZ war eine einzige Erfolgsgeschichte und wurde von der Union Kleinmünchen ins Leben gerufen. Erst 2015 gegründet, ist die Bilanz mehr als eindrucksvoll: Acht Spielerinnen in U17 Nationalteams, vier in U19 Nationalteams, 45 Spielerinnen in der Bundesliga, eine Staatsmeisterin in der Saison 2021/22, vier Cupsiegerinnen, und natürlich auch unsere 20 Meisterinnen der zweiten Liga – und damit Aufsteigerinnen hervorgebracht. „Union Kleinmünchen ist mit acht Meistertiteln der erfolgreichste Fußballclub Oberösterreichs“, macht Stefan Reiter bewusst. 

Erfolgreichster Fußballclub Oberösterreichs

Mit der neuen Akademie steigt nicht nur die Professionalität – so werden die Schulplätze im BORG verdoppelt, und es kann auf weitere medizinische, ernährungswissenschaftliche und sportpsychologische Betreuung zurückgegriffen werden – sondern auch der Zulauf wird erhöht. Zu den derzeit 25 Spielerinnen, werden elf neue dazustoßen. „Wir möchten so viele Talente wie möglich entdecken, begleiten, fördern – und den Stellenwert des Frauenfußballs weiter steigern“, erzählt Stephanie Höller, die neue Obfrau der FFA, die von ihrer Stellvertreterin, dem Union Kleinmünchen Urgestein Christine Holzmüller, unterstützt wird.

Was Stephie dazu motiviert hat, warum die Chemie zwischen Union Kleinmünchen und Blau-Weiß Linz einfach passt und warum sie der Fußball gepackt hat, verrät sie im Interview.

Als du vor einigen Jahren bei Blau-Weiß Linz in der Geschäftsstelle zu arbeiten begonnen hast, hast du gesagt: Du kennst dich im Fußball nicht aus. Jetzt bist du Obfrau der FFA. Wie kam es zu diesem Wandel?

Stephanie: „Wenn man sieht wie die Frauen trainieren und was sie alles leisten, dann muss auch die Wertschätzung ident zu den Männern sein. Das hat mich gepackt. Es hat meinen Kampfgeist geweckt, dass es möglich sein muss, dass der Stellenwert des Frauenfußballs zumindest in die Nähe zu dem des Männerfußballs kommt. Mit der FFA haben wir nun eine Organisation, der das gelingen kann. Damit wird ein Mehrwert geschaffen, der auch für andere Vereine Großes entstehen lassen kann. Die FFA ist ja für alle Vereine offen. Es war also ein intrinsischer Antrieb. Es fühlt sich gut an und ist stimmig. Es passt vom Herzen und vom Mindset. Die FFA wird eine coole Sache, zudem habe ich mit Christl und Stefan zwei Mentoren an meiner Seite, die das Geschäft so gut kennen, wie kaum jemand sonst. Ich bin jedenfalls stolz Teil davon sein zu dürfen.“

Man hat das Gefühl Union Kleinmünchen und Blau-Weiß, das passt. Wie kannst du dir das erklären?

Stephanie: „Es war vom ersten Gespräch an gegenseitige Sympathie und Wertschätzung da. Blau-Weiß will nicht die DNA von Union Kleinmünchen verändern. Wir wollen dem tradionsreichsten und erfolgreichsten Frauenfußballclub nichts wegnehmen, sondern komplettieren. Ich glaube, das ist der Kern, warum wir so gut zusammenarbeiten. Auch die Arbeitskultur passt, weil das Denken und die Werte gleich sind. Es ist derselbe Vibe, eben eine Kooperation auf Augenhöhe. Wir hätten es nicht besser erwischen können.“

Das heißt du wirst auch fleißig Frauen-EM schauen?

Stephanie: „Ja sicher. Ich bin schon sehr gespannt. Auch wenn ich zu meiner Anfangszeit bei Blau-Weiß kaum Ahnung vom Fußball hatte. Jetzt hat er mich gepackt und er lässt einem nicht mehr los.“